Von Don99 (Dante Kane) – Master Hashmaker, Hash Gang, St-Légier, Waadt (CH)
Ich habe Haschisch im Jahr 1995 entdeckt. Damals wusste man nicht, was darin enthalten war. Man verließ sich auf die Herkunft, die Konsistenz und den Geruch. Das war das einzige verfügbare Mittel zur Analyse.
Im Jahr 2026 gibt es ein Instrument. Es heißt COA – Certificate of Analysis, also Analysezertifikat. Dabei handelt es sich um ein Dokument, das von einem akkreditierten Labor nach der Analyse einer Probe Ihres Produkts ausgestellt wird. Darin ist genau aufgeführt, was das von Ihnen gekaufte Produkt enthält.
Das Problem: Fast niemand erklärt Ihnen, wie man das versteht. Man sagt Ihnen „im Labor getestet“ und zeigt Ihnen ein Logo mit einem grünen Blatt – und hofft, dass Sie nicht weiter nachfragen.
In diesem Leitfaden gehen wir noch einen Schritt weiter.
Was ist ein COA konkret?
Ein COA (Certificate of Analysis) ist ein Bericht, der von einem unabhängigen Labor erstellt wird, das eine Probe eines bestimmten CBD-Produkts analysiert hat. Er dokumentiert die genaue Zusammensetzung: enthaltene Cannabinoide, Terpene sowie die Ergebnisse der Untersuchungen auf Schadstoffe.
Was das COA NICHT ist:
- Eine Unternehmenszertifizierung (es handelt sich um einen Bericht eines unabhängigen Labors, nicht um ein Gütesiegel, das sich der Verkäufer selbst verleiht)
- Eine Garantie für die gesamte Produktion (sie gilt nur für die analysierte Charge – siehe unseren Artikel zur Rückverfolgbarkeit des CBD-Hashs auf Chargenebene)
- Ein standardisiertes Dokument (Format, Felder und Einheiten variieren je nach Labor)
Was das COA IST:
- Der einzige objektive Nachweis für die Zusammensetzung einer bestimmten Charge
- Ein überprüfbares Dokument (die Berichtsnummer lässt sich oft direkt beim Labor bestätigen)
- Ihr wichtigstes Instrument zum Vergleich zweier Produkte oder zweier Anbieter
Das Cannabinoid-Profil: Worauf Sie als Erstes achten sollten
Der wichtigste Abschnitt eines COA ist die Cannabinoidtabelle. Darin wird für jedes nachgewiesene Cannabinoid dessen Konzentration in Prozent (%) oder in Milligramm pro Gramm (mg/g) angegeben.
Die Zeilen, die Sie vorrangig lesen sollten:
- Gesamt-CBD – das ist das wichtigste Cannabinoid. Bitte überprüfen Sie, ob der Gehalt mit den Angaben auf der Verpackung übereinstimmt.
- Gesamt-THC – der gesetzliche Grenzwert liegt in Frankreich/der EU bei 0,3 %, in der Schweiz bei 1 %. Um die gesetzlichen CBD-Grenzwerte in der Schweiz und in Frankreich genau zu verstehen, lesen Sie bitte unseren entsprechenden Vergleich.
- Weitere aufgeführte Cannabinoide – CBG, CBN und CBC – sind in einem Vollspektrum-Extrakt normal. Das Vorhandensein von HHC, H4CBD oder THCP sollte Sie hingegen stutzig machen: Es handelt sich dabei um halbsynthetische Substanzen, die in einem „natürlichen“ CBD nicht enthalten sein sollten. Um zu verstehen, warum dies so ist, lesen Sie bitte unsere Erläuterung dazu, warum HHC kein CBD ist und wie Sie es in einem Analysezertifikat erkennen können.
Gesetzliche Schwellenwerte: Frankreich im Vergleich zur Schweiz
Der COA gibt den gemessenen THC-Gehalt an. Um diesen Wert richtig zu interpretieren, müssen Sie wissen, welchen rechtlichen Rahmenbedingungen Ihr Produkt unterliegt.
In Frankreich: Der gesetzliche Grenzwert liegt bei 0,3 % Gesamt-THC (Verordnung vom 30. Dezember 2021). In der Schweiz: Der Grenzwert liegt bei 1,0 % (Betäubungsmittelgesetz CH). Ein Produkt, das nach schweizerischen Standards hergestellt und analysiert wurde, kann daher in der Schweiz legal sein, in Frankreich jedoch gegen geltendes Recht verstoßen. Die rechtlichen Unterschiede zwischen der Schweiz und Frankreich in Bezug auf CBD haben direkte Auswirkungen auf die Interpretation eines Analysezertifikats – insbesondere darauf, was der angegebene THC-Gehalt je nach Verkaufsland bedeutet.
Terpene, Verunreinigungen, Rückstände: weitere zu prüfende Bereiche
Ein vollständiger COA beschränkt sich nicht nur auf Cannabinoide. Weitere wichtige Abschnitte sind:
- Terpenprofil – listet die enthaltenen Terpene auf. Ein Vollspektrumprodukt muss diese enthalten. Ein Isolat enthält keine. Wenn ein Produkt als „Vollspektrum“ beworben wird, das COA jedoch keine Terpene aufführt, handelt es sich um einen Widerspruch.
- Pestizidtests – Ergebnisse „bestanden/nicht bestanden“ oder gemessene Konzentrationen. Dies ist insbesondere bei Produkten unbekannter Herkunft zu überprüfen.
- Schwermetalle – Blei, Quecksilber, Cadmium, Arsen. Ein seriöses Labor führt systematisch entsprechende Tests durch.
- Lösungsmittelrückstände – Wenn das Produkt mittels überkritischem CO₂ oder einem chemischen Lösungsmittel (Ethanol, Butan) extrahiert wurde, müssen die Rückstände unter den gesetzlich festgelegten Grenzwerten liegen.
4 häufige Fallstricke beim Lesen eines COA
Die häufigsten Punkte, auf die Sie achten sollten:
- Eine Konformitätsbescheinigung für die gesamte Produktreihe, nicht für Ihre Charge. Bitte überprüfen Sie, ob die Chargennummer auf dem COA mit der Chargennummer Ihres Produkts übereinstimmt. Ein allgemeines COA sagt nichts darüber aus, was Sie erhalten haben.
- Ein COA, dessen Ausstellungsdatum mehr als 12 Monate zurückliegt. Die Zusammensetzung eines Produkts kann sich im Laufe der Zeit verändern (insbesondere der Abbau von THC zu CBN). Ein zu altes Analysezertifikat ist nicht mehr zuverlässig.
- Ein nicht akkreditiertes Labor. Das Labor muss nach ISO 17025 oder einer gleichwertigen nationalen Norm akkreditiert sein. Ein Analysezertifikat, das von einem „hauseigenen“ oder nicht identifizierbaren Labor ausgestellt wurde, ist wertlos.
- Ein COA, in dem lediglich CBD und THC aufgeführt sind. Ein vollständiges Profil muss alle Cannabinoide auflisten, die oberhalb der Nachweisgrenze nachgewiesen wurden. Sollten in einem Vollspektrum-Extrakt lediglich CBD und THC aufgeführt sein, ist das Analysezertifikat entweder unvollständig oder das Produkt entspricht nicht seiner Angabe.
Zusammenfassung: So lesen Sie einen COA in 5 Schritten
- Bitte überprüfen Sie, ob die Chargennummer auf dem Zertifikat der Echtheit mit Ihrem Produkt übereinstimmt.
- Lesen Sie den Gesamt-CBD-Gehalt ab – vergleichen Sie ihn mit den Angaben auf der Verpackung.
- Überprüfen Sie den Gesamt-THC-Gehalt – halten Sie sich dabei an den in Ihrem Land geltenden gesetzlichen Grenzwert.
- Scannen Sie die vollständige Liste der Cannabinoide – lassen Sie sich benachrichtigen, falls HHC, H4CBD oder THCP darin vorkommen.
- Bitte überprüfen Sie, ob die Kontaminationsprüfungen vorhanden sind und bestanden wurden.
Weiterführende Informationen: So erkennen Sie künstlich behandeltes oder angereichertes CBD-Haschisch – 7 praktische Anhaltspunkte, die Sie vor dem Kauf prüfen sollten. Und wenn Sie auf der Suche nach dem richtigen Produkt sind, finden Sie in unserem Leitfaden zu den besten CBD-Haschisch-Produkten in der Schweiz alle wichtigen Auswahlkriterien.
