Von Don99 (Dante Kane) – Master Hashmaker, Hash Gang, St-Légier, Waadt (CH)
Manchmal findet man sie in denselben Regalen, auf denselben Websites, mit denselben schlichten Verpackungen und denselben Qualitätsversprechen. Dennoch sind CBD und HHC nicht dasselbe – weder chemisch noch rechtlich noch hinsichtlich ihrer Wirkung auf Ihren Körper.
Was wir hier tun werden: die beiden Moleküle klar voneinander abgrenzen, erklären, warum auf dem Markt Verwirrung entstanden ist, und Ihnen die Mittel an die Hand geben, um zu erkennen, was das von Ihnen gekaufte Produkt tatsächlich enthält.
Was genau ist HHC?
HHC – Hexahydrocannabinol – ist ein Cannabinoid. Es kommt in der Pflanze Cannabis sativa in natürlicher Form vor, allerdings in so geringen Mengen, dass sich eine gewerbliche Gewinnung nicht rentiert.
Nahezu das gesamte HHC, das Sie auf dem Markt finden, wird daher im Labor hergestellt, und zwar durch einen chemischen Prozess, der als Hydrierung bezeichnet wird: Man nimmt CBD (aus legalem Hanf) und wandelt es in HHC um, indem man seiner Molekülstruktur Wasserstoffatome hinzufügt. Dies ist dasselbe Prinzip, das auch bei der Umwandlung von Pflanzenöl in Margarine zum Einsatz kommt.
Was HHC auf molekularer Ebene von CBD unterscheidet:
- CBD ist ein natürliches Cannabinoid, das in hohen Konzentrationen in Industriehanfsorten vorkommt. Seine chemische Struktur ist stabil und gut dokumentiert.
- HHC wird durch chemische Modifikation von CBD gewonnen. Bei seinem Herstellungsprozess entstehen systematisch zwei Isomere – 9R-HHC und 9S-HHC –, die unterschiedliche Wirkungen haben und deren Verhältnis je nach den Synthesebedingungen von Charge zu Charge variiert.
Dieser letzte Punkt hat direkte Auswirkungen auf den Verbraucher: Zwei „HHC“-Produkte können je nach ihrer Isomerenzusammensetzung sehr unterschiedliche Wirkungen haben, selbst bei gleicher Dosierung. Ein derartiges Maß an Heterogenität gibt es bei CBD nicht.
Natürliches CBD vs. HHC: Die wesentlichen Unterschiede
| Kriterium | CBD | HHC |
|---|---|---|
| Herkunft | Natur (Industriehanf) | Halbsynthetisch (Hydrierung von CBD) |
| Vorkommen in der Pflanze | Reichlich | Winzige Spuren |
| Psychoaktive Wirkungen | Nicht psychoaktiv | Möglicherweise psychoaktiv (abhängig vom Isomerenverhältnis) |
| Molekulare Stabilität | Stabil, gut dokumentiert | Je nach Herstellungsverfahren unterschiedlich |
| Rechtsform in Frankreich | Legal < 0,3 % THC | Seit 2023 verboten |
| Rechtsform in der Schweiz | Legal < 1 % THC | Unter der Aufsicht des LNPS |
| Rückverfolgbarkeit (COA) | Standard-Cannabinoidprofil | Selten veröffentlichtes Isomerprofil |
| Wissenschaftlicher Rückblick | Stark (Untersuchungen seit den 1990er Jahren) | Eingeschränkt (wenige Langzeitstudien) |
Der Punkt, der in Online-Vergleichen am häufigsten außer Acht gelassen wird: HHC wirkt auf die CB1-Rezeptoren des Endocannabinoidsystems – dieselben wie THC – und kann psychoaktive Wirkungen hervorrufen. CBD hingegen bindet nicht direkt an diese CB1-Rezeptoren – aus diesem Grund wird es in den meisten Rechtsordnungen auch nicht als Betäubungsmittel eingestuft.
Rechtsvergleich: Frankreich, Schweiz, EU
Es ist wichtig, den Unterschied im rechtlichen Status zwischen CBD und HHC zu verstehen – zumal HHC auf dem Markt mitunter als „legale Alternative“ zu Cannabis dargestellt wurde.
In Frankreich
Seit dem Erlass vom 3. Juni 2023 wird HHC in Frankreich als Betäubungsmittel eingestuft. Seine Herstellung, sein Verkauf, sein Import und sein Besitz sind verboten. Die Einstufung beruht auf seiner strukturellen Ähnlichkeit mit THC und seinen dokumentierten psychoaktiven Wirkungen. Infolge dieser Entscheidung wurden HHC-Produkte aus den Regalen der französischen CBD-Geschäfte entfernt.
In der Schweiz – der LNPS-Wedge
Die Situation ist anders – und bietet den Verbrauchern mehr Schutz. Seit 2016 verfügt die Schweiz über ein spezielles gesetzliches Instrument: das NPSG (Bundesgesetz über neue psychoaktive Substanzen). Dieses Gesetz ermöglicht es, eine neue Substanz rasch in das Register der kontrollierten Substanzen aufzunehmen, ohne abwarten zu müssen, bis sie als Betäubungsmittel im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes (BetmG) eingestuft wird.
HHC unterliegt in diesem Zusammenhang einer Kontrolle. Konkret bedeutet dies: Es darf in der Schweiz nicht als gewöhnliches CBD-Produkt in Verkehr gebracht werden. In der Schweiz regelt das Betäubungsmittelgesetz (LNPS) neue psychoaktive Substanzen zügig; in Frankreich wird HHC seit Juni 2023 als Betäubungsmittel eingestuft. Weitere Informationen zu den rechtlichen Unterschieden zwischen der Schweiz und Frankreich finden Sie in unserem ausführlichen Artikel über den rechtlichen Rahmen für CBD in der Schweiz und in Frankreich.
In der EU
Die Situation ist von Land zu Land unterschiedlich. Mehrere Mitgliedstaaten sind dem Beispiel Frankreichs gefolgt und haben HHC verboten. Andere zögern noch. Die Europäische Drogenagentur (EMCDDA) beobachtet HHC seit 2022 und hat europaweite Kontrollmaßnahmen empfohlen – bisher jedoch ohne vollständige Harmonisierung.
FAQ – HHC vs. CBD
Ist HHC in der Schweiz legal?
In der Schweiz unterliegt HHC dem Bundesgesetz über neue psychoaktive Substanzen (BNPS). Es darf nicht wie ein herkömmliches CBD-Produkt vermarktet werden. Die schweizerischen Vorschriften in Bezug auf neue psychoaktive Substanzen sind restriktiver als in einigen europäischen Ländern, was den Verbraucher besser schützt.
Haben HHC und CBD dieselben Wirkungen?
Nein. CBD ist nicht psychoaktiv und wirkt nicht direkt auf die CB1-Rezeptoren. HHC hingegen kann je nach Verhältnis seiner Isomere (9R-HHC und 9S-HHC) psychoaktive Wirkungen hervorrufen. Die beiden Moleküle weisen sehr unterschiedliche Wirkprofile auf.
Kann HHC in einem Produkt enthalten sein, das als CBD verkauft wird?
Ja. Produkte, die unter Namen vermarktet werden, die an CBD erinnern, können HHC enthalten, das hinzugefügt wurde, um stärkere Wirkungen oder eine höhere Konzentration vorzutäuschen. Die einzige Möglichkeit, dies festzustellen, ist ein Analysezertifikat (COA) mit einem vollständigen Cannabinoidprofil, das auch die Untersuchung auf halbsynthetische Cannabinoide umfasst.
Was ist der Unterschied zwischen einem natürlichen Cannabinoid und einem halbsynthetischen Cannabinoid?
Ein natürliches Cannabinoid (CBD, THC, CBG…) ist in der Pflanze enthalten und kann direkt extrahiert werden. Ein halbsynthetisches Cannabinoid (HHC, H4CBD, THCP…) wird im Labor durch chemische Umwandlung eines natürlichen Cannabinoids hergestellt. Diese Unterscheidung hat in den meisten Ländern direkte rechtliche Auswirkungen.
Wie lässt sich überprüfen, ob ein CBD-Harz kein HHC enthält?
Fordern Sie beim Hersteller das chargenspezifische Analysezertifikat (COA) an. Ein seriöses Cannabinoidprofil enthält einen ausdrücklichen Hinweis auf die Untersuchung halbsynthetischer Cannabinoide. Falls kein COA vorliegt oder dieses nur CBD und THC abdeckt, fordern Sie ein erweitertes Profil an.
