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Geschichte und Kultur des Haschischs: Marokko, Libanon, Afghanistan, Schweiz

Der Hash wurde nicht in den 70er Jahren erfunden. Auch nicht in den 60er Jahren. Und schon gar nicht im 18. Jahrhundert.

Die ersten Hinweise auf den Konsum von Cannabisharz reichen mehrere Jahrtausende zurück. Sanskrit-Texte, Seidenstraßen, Gewürzmärkte, die nach Erde und Harz dufteten. Die Geschichte des Haschischs ist die Geschichte des Welthandels, der Migrationen und des Handwerks, das schon lange vor der Prägung des Begriffs „Globalisierung“ Grenzen überschritt.

Was haben die 70er Jahre bewirkt? Diese Kultur in die breite europäische Öffentlichkeit zu tragen. Sie den Menschen im Westen sichtbar zu machen, die noch nie einen Fuß nach Ketama oder Mazar-i-Sharif gesetzt hatten. Doch die Hasch-Hersteller waren schon lange zuvor dort.

Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Ursprünge von Haschisch – die Anbaugebiete, die Herstellungsverfahren und die bedeutenden Namen. Und wie eine Manufaktur im Kanton Waadt einige Jahrzehnte später die Fortsetzung dieser Geschichte im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen mit CBD schreibt.


Marokko und Ketama: Der Berg, der Europa geprägt hat

Wenn Sie in den 80er-, 90er- oder 2000er-Jahren in Frankreich Haschisch geraucht haben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dieses aus dem marokkanischen Rif stammte. Die Region Ketama – ein tief eingeschnittenes Tal im Rif, zwei Stunden von Tétouan entfernt – macht seit Generationen allein den Großteil der weltweiten Produktion von marokkanischem Haschisch aus.

Der Geruch des Souks in Ketama ist unverkennbar: trockenes Gras, erdige, leicht würzige Noten, gepaart mit dieser harzigen Note, die sich im Rachen festsetzt. Die Kif-Pflanzen – so lautet die lokale Bezeichnung für Cannabis – wachsen unter ganz bestimmten klimatischen Bedingungen: in Höhenlagen zwischen 1.200 und 1.800 m, auf lehm-kalkhaltigem Boden, bei heißen und trockenen Sommern. Das Terroir im wahrsten Sinne des Wortes.

Das traditionelle marokkanische Harz – „Double Zero“, „Moka“ und „Pollen“ – wird durch Trockensieben (Dry Sift) gewonnen. Die getrockneten Pflanzen werden auf feinmaschigen Sieben ausgeschüttelt, wobei die Maschenweite von Durchgang zu Durchgang immer feiner wird. Bei jedem Durchgang werden Trichome unterschiedlicher Qualität aufgefangen. Was als „00“ oder „Double Zero“ bezeichnet wird, sind die reinsten Trichome, die beim feinsten Durchgang gesammelt werden. Die Logik dahinter ist genau dieselbe wie bei einem modernen Dry-Sift-Verfahren – nur dass die Marokkaner diese Methode bereits seit Jahrhunderten anwenden.

Das Pressen dieses Kif zu Plättchen – durch die Wärme der Hände oder mit handgefertigten Pressen – ist der letzte Schritt. Das Ergebnis: ein beige- bis kastanienbraunes Harz, das je nach Qualität weich oder fest ist und ein erdiges und holziges Aromaprofil aufweist.

Dieses marokkanische Haschisch hat die europäische Haschischkultur buchstäblich geprägt. Die Importe der 70er- bis 90er-Jahre, die Codenamen („Sputnik“, „Chocolat“, „Pollen“) und die Codes der Szene – all das stammt aus dem Rif. Und heute sind die modernen CBD-Sorten, bei deren Herstellung die Dry-Sift-Methoden zum Einsatz kommen, – bewusst oder unbewusst – eine Hommage an diese Tradition aus dem Rif.

➜ Weiterführende Informationen: Der große Vergleich der CBD-Hash-Extraktionsverfahren – Dry Sift, Ice-O-Lator, Rosin, Charas: Welches Verfahren für welches Ergebnis?


Der Libanon und die Bekaa-Ebene: Das rote Gold, das ein Vermögen wert war

In den 60er- und 70er-Jahren gab es unter den europäischen Kennern eine unausgesprochene Rangordnung. Der „Marocain“ galt als Alltagszeitung. Der „Red Lebanese“ hingegen stand für Luxus.

Das Bekaa-Tal, eine langgestreckte Agrarebene zwischen dem Libanongebirge und dem Anti-Libanon, brachte jahrzehntelang eines der begehrtesten Harze in der Geschichte des Haschischs hervor. Das „Red Leb“ – orange-rot, dicht, mit sanften und leicht fruchtigen Noten – kursierte in Kennerkreisen wie ein guter Burgunderwein in den Weinkellern.

Die Besonderheit des libanesischen Hash liegt sowohl im Genotyp der Pflanzen (Landrassen-Sorten, die seit Generationen an die Bekaa-Region angepasst sind) als auch im Trocknungsprozess: Die Pflanzen werden sehr lange am Strauch reifen gelassen, bis es zu einer teilweisen Oxidation der Trichome kommt. Gerade diese Oxidation verleiht ihm die charakteristische rotbraune Färbung und das süßliche Aromaprofil.

Die libanesische Produktion ist in den 1980er Jahren im Zuge des Bürgerkriegs fast vollständig verschwunden. Die Bekaa-Ebene blieb zwar ein Anbaugebiet, doch die Qualität und der Ruf des „Red Lebanese“ von einst konnten nie wieder vollständig hergestellt werden. Dieses Haschisch gehört heute der Erinnerung des Marktes an – ein Phantom der Region, das Saatgutsammler und Züchter noch immer versuchen, durch „libanesische Landrassen“ wieder zum Leben zu erwecken.

Was bleibt, ist der Name – und die Erkenntnis: Die Qualität eines Hashs ist untrennbar mit seinem Kontext verbunden. Boden, Klima, Genotyp, das handwerkliche Können des Herstellers, der Zeitpunkt der Ernte. Ändern Sie nur einen einzigen Parameter, und Sie erhalten etwas anderes. Das galt 1970 im Libanon ebenso wie heute in jeder seriösen Werkstatt.


Afghanistan und der Hindukusch: Haschisch nach alter Art, von Hand gepresst

Während Marokko die europäische Haschischkultur geprägt hat, gilt Afghanistan als deren mythologischer Ursprung. Die nördlichen Provinzen – Mazar-i-Sharif, Balkh, Kunduz – und die Ausläufer des Hindukusch produzieren seit Jahrhunderten ein Harz von unvergleichlicher Dichte und einem einzigartigen Aromaprofil.

Der Afghan Black – dunkel, nach dem Pressen fast schwarz, dicht wie Ton – wird durch traditionelles Trockensieben und anschließendes intensives Pressen unter Hitze hergestellt. Kein Wasser, keine modernen Geräte. Als Presse dienen die Handflächen, die Körperwärme, manchmal eine in der Sonne erwärmte Steinplatte. Was Puristen als „Haschisch nach alter Art“ bezeichnen – bei dem menschliches Know-how das einzige Werkzeug ist.

Afghanistan ist auch die Heimat des afghanischen Charas – nicht zu verwechseln mit dem indischen Charas, obwohl beide auf derselben Grundtechnik beruhen (das von Hand Rollen an lebenden Pflanzen). Afghanisches Charas ist im Allgemeinen trockener, fester gepresst und weist harzige sowie würzige Noten auf. Das Haschisch aus dem Hochland des Hindukusch zeichnet sich durch eine besondere Dichte aus – bedingt durch die lokalen Genotypen, die sich seit Jahrtausenden an extreme Höhenlagen sowie kurze und intensive Sommer angepasst haben.

Diese Regionen haben maßgeblich zur Vorstellung vom „afghanischen Haschisch“ beigetragen, das in den 70er Jahren in Europa im Umlauf war. Die Karawanenwege, die von Kabul nach Istanbul führten – die berühmte „Haschisch-Route“, die von Generationen von Reisenden genutzt wurde –, haben um diese Produkte herum eine Mythologie geschaffen, die weit über den bloßen Konsum hinausgeht.

Heute gehören die Afghan-Kush-Sorten und ihre Ableger zu den am häufigsten verwendeten Sorten bei der Züchtung von CBD-Genetiken mit hohem Harzpotenzial. Das afghanische Erbe ist in der Genetik moderner Pflanzen nach wie vor sehr lebendig.


Der indische Subkontinent und der Himalaya: Charas, die Tradition des Joint-Drehens

Es gibt noch eine andere Methode, Haschisch herzustellen – eine, die sich grundlegend vom Trockensieben unterscheidet. Keine Netze, keine kontrollierte Temperatur. Nur die Hände, die die Pflanzen bearbeiten.

Charas ist das Harz, das durch direktes Reiben an den lebenden Pflanzen vor der Ernte gewonnen wird. Die Trichome haften an den Handflächen, werden gesammelt und gerollt. Das ist ein langsamer, präziser und unglaublich mühsamer Vorgang. Ein Experte kann pro Stunde einige Gramm produzieren. Das Ergebnis – ein frisches, grünes Harz mit intensiven, krautigen Aromen – unterscheidet sich grundlegend von jeglichem Haschisch, das durch Sieben gewonnen wird.

Das Charas des Himalaya-Subkontinents lässt sich in zwei große Schulen unterteilen:

Manali Cream – hergestellt im Kullu-Tal (Himachal Pradesh) in Höhenlagen von 2.000 bis 3.000 m. Die einheimischen Pflanzen (Landrassen-Sorten „Parvati Valley“) werden im August und September geerntet. Das Charas aus Manali ist bekannt für seine cremigen, leicht blumigen Noten und seine geschmeidige Textur. Seit Jahrzehnten wird es auf den Märkten von Vashisht und Old Manali sowie in den von Reisenden frequentierten Chai-Shops angeboten.

Nepalesisches Charas – Regionen wie das Annapurna-Tal oder das Hochland von Mustang bringen trockeneres Charas mit harzigeren und würzigeren Noten hervor. Der nepalesische „Temple Ball“ – eine gerollte und gepresste Kugel – ist eine der kultigsten Formen von handgefertigtem Haschisch, die es gibt. Einige gut erhaltene Temple Balls aus der Blütezeit des „Hippie Trail“ (70er Jahre) sind noch immer als Sammlerstücke im Umlauf.

Die hinduistischen Sadhus – Asketen, die Cannabis (Bhang, Ganja) in einem Shiva gewidmeten religiösen Kontext konsumieren – sind die Hüter der ältesten Tradition des Harzkonsums auf dem Subkontinent. Pashupatinath in Kathmandu oder Varanasi an den Ghats des Ganges: Diese Orte sind lebendige Zeugen einer rituellen Praxis, die der „westlichen“ Haschischkultur um mehrere Jahrtausende vorausgeht.

Diese Technik des von Hand Rollens – das Charas – wird heute in modernen CBD-Werkstätten angewendet, wobei dieselben Handgriffe, dieselben Vorsichtsmaßnahmen und derselbe Zeitaufwand zum Tragen kommen. Das Ergebnis hat nichts mit einem industriell hergestellten Harz zu tun. Genau darin liegt sein Wert.

➜ Mehr dazu: Die verschiedenen Arten von CBD-Hash und ihre Unterschiede – Dry Sift, Charas, Bubble Hash, Rosin: Was sich wirklich unterscheidet.


Die Schweiz erfindet das Spiel neu: CBD-Handwerk, Hash Gang und der CannaSwiss Cup

Die Geschichte des Hashs endet nicht an den geografischen oder zeitlichen Grenzen der Traditionen, die wir soeben beleuchtet haben. Sie setzt sich fort – in modernen Werkstätten, mit legalen CBD-Pflanzen, Techniken, die aus eben diesen Traditionen stammen, und einem rechtlichen Rahmen, den nur wenige Länder in Europa zulassen.

Die Schweiz hat mit ihrem gesetzlichen Grenzwert von 1 % THC (im Gegensatz zu 0,3 % in den meisten europäischen Ländern) einen einzigartigen Raum für handwerklich hergestelltes CBD-Hasch geschaffen. Hier produzieren Hersteller wie Hash Gang – aus der Werkstatt von Don99 (Dante Kane) in St-Légier-La Chiésaz im Kanton Waadt handwerklich hergestellte Harze produzieren, die auf den Methoden des traditionellen Haschischbaus basieren – Dry Sift, Water Hash, Eiswasserextraktion – und dabei CBD-Pflanzen verwenden, die aufgrund ihres harzreichen Profils ausgewählt wurden.

Kein industrielles Harz, das kaltgepresst wurde, um wie Haschisch auszusehen. Arbeit vor Ort, praktizierte Extraktionen, Vergleich der Qualitäten.

Im Jahr 2026 wurde dieser Ansatz beim CannaSwiss Cup gewürdigt: Das Bubble Hash von Hash Gang belegte den 2. Platz, gewählt von den Verbrauchern. Es handelt sich nicht um einen technischen Preis, der von einer Jury aus Produzenten vergeben wurde – die Community hat abgestimmt. Das ist ein Signal: Der Schweizer Markt erkennt an, dass handwerklich hergestelltes CBD-Hash ein Qualitätsniveau erreichen kann, das mit den besten traditionellen Harzen vergleichbar ist.

Was heute in der Schweiz geschieht, ist ein neues Kapitel in der Geschichte des Haschischs. Die Methoden sind dieselben, die Arbeitsschritte sind dieselben. Die Pflanzen haben sich verändert – CBD statt THC, legal statt illegal. Doch das Know-how ist dasselbe, das wir gerade in diesem Artikel nachgezeichnet haben.

Das beste CBD-Hasch in der Schweiz – der Expertenratgeber – unser umfassender Leitfaden zur Auswahl und zum Verständnis von CBD-Hasch in der Schweiz.


Ein lebendiges Kulturerbe

Dreitausend Jahre. Karawanenwege, Märkte unter der Sonne des Rif, die Hände von Sadhus auf den Pflanzen in den Almweiden des Himalaya, libanesische Keller, die nach getrocknetem Harz dufteten. Die Geschichte des Haschischs ist so alt wie der Handel mit Menschen.

Was man als „Hasch-Kultur“ bezeichnet – die Anbaugebiete, die Techniken, die Bezeichnungen – ist keine Nostalgie. Es handelt sich um ein lebendiges Kulturerbe, das sich ständig weiterentwickelt. Workshops, in denen die Methoden der Charas- oder der marokkanischen Dry-Sift-Herstellung wiederbelebt werden, Wettbewerbe, bei denen die besten Handwerker ausgezeichnet werden, und Konsumenten, die den Unterschied zwischen einem industriell hergestellten Harz und handgefertigtem Haschisch erkennen können.

Wir bei Hash Gang sind Teil dieser Geschichte. Nicht, um Vintage-Produkte herzustellen, und auch nicht, um Folklore zu verkaufen. Sondern um weiterhin Haschisch so herzustellen, wie es sein sollte – mit den Händen, den Augen und der Nase. Und mit legalen Pflanzen, für den heutigen Schweizer und europäischen Markt.


FAQ – Geschichte und Kultur des Haschischs

Woher stammt Haschisch?

Haschisch – ein durch die Abtrennung der Trichome gewonnenes Cannabisharz – wird bereits seit mehreren Jahrtausenden konsumiert. Die ersten dokumentierten Hinweise stammen aus Zentralasien und dem indischen Subkontinent, lange vor unserer Zeitrechnung. Über die Handelswege verbreitete sich das Harz anschließend in den Nahen Osten, nach Nordafrika und nach Europa.

Was ist der Unterschied zwischen marokkanischem Haschisch und „Afghan Black“?

Das marokkanische Haschisch (Ketama, Rif) wird durch „Dry Sift“ – das Sieben der Trichome auf Netzen – und anschließendes Pressen hergestellt. Es präsentiert sich in Form von beigen bis kastanienbraunen Plättchen mit erdigen und holzigen Aromen. Afghan Black wird auf ähnliche Weise hergestellt, jedoch mit anderen Sorten (Hindu-Kush-Landrasse) und einer intensiveren Pressung unter Hitzeeinwirkung. Es ist dunkler, dichter und weist harzige sowie würzige Noten auf.

Was ist Charas und wie wird es hergestellt?

Charas ist ein Harz, das durch direktes Reiben an den lebenden Pflanzen vor der Ernte gewonnen wird. Die Trichome haften an den Handflächen, werden gesammelt und zu einer Rolle geformt. Als traditionelle Technik aus dem indischen und nepalesischen Himalaya (Manali, Parvati-Tal, Mustang) gilt sie als eine der aufwendigsten und ältesten Methoden zur Harzgewinnung. Der nepalesische „Temple Ball“ ist eine ihrer bekanntesten Formen.

Inwiefern fügt sich das Schweizer CBD-Hash in diese Tradition ein?

Das in der Schweiz hergestellte CBD-Haschisch wird nach denselben Verfahren wie traditionelles Haschisch hergestellt – Dry Sift, Water Hash und von Hand gerolltes Charas. Der Unterschied liegt in den verwendeten Pflanzen: CBD-Sorten, die aufgrund ihres Harzgehalts ausgewählt wurden und den gesetzlichen Grenzwerten der Schweiz entsprechen (THC < 1 %). Die Schweiz ist eines der wenigen Länder in Europa, in denen dieser rechtliche Rahmen die Herstellung von hochwertigem CBD-Haschisch in handwerklicher Qualität ermöglicht.

DON
Article par

Dante Kane (Don99)

Master Hashmaker & Head of Product Development

Don99, aka Dante Kane, est le Master Hashmaker de Hash Gang. 30 ans d'immersion dans la culture du hash : il découvre la résine en 1995, puis part étudier les techniques traditionnelles au Maroc, en Inde (Manali, vallée Parvati), au Népal et en Asie du Sud-Est dès les années 2000…

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